Arbeiten im Wüstenstaat

Calm shifts at ramadan’s month

TAG 489

Herzlich willkommen im Ramadan. Im jetzigen Jahr (2016) fällt der muslimische Fastenmonat auf den Kalendermonat Juni. Was heißt das nun im täglichen Leben für uns Nicht-Muslime?DSC_4276

Ich sage bewusst „Nicht-Muslime“ da es hier immer wieder auf witzige Weise auftaucht. Wie zum Beispiel in gut sortierten Supermärkten, die eine Schweinefleisch-Abteilung haben. Natürlich baulich getrennt und ohne visuellen Sichtkontakt ins innere. Dort steht dann immer gerne in selbiger gleißend roter Farbe wie auf obigen Beitragsbild: „Only for non-muslims“. Das dort ungefähr soviel Aussagekraft hat, wie ein „Achtung, atomare Strahlung“ Schild, das uns vor einer lebensbedrohlichen Situation schützen will.

Aber ich schweife schon wieder ab… Zurück zur Headline!

Viel ist anders in diesen Tagen. Und dabei rede ich nicht nur vom Essen. Alles fängt damit an, dass unser Schichtbild sich verändert hat. Der Morgensport wurde ausgesetzt, einerseits wegen der stetig steigenden Temperaturen, andererseits da es im Ramadan nicht möglich ist, sich danach entsprechend mit H2O zu versorgen. Der Schichtbeginn wurde ebenfalls um 1,5 stunden nach hinten verlegt, sodass unsere Schichtübergabe nun um 9 Uhr stattfindet. Um 9:30 gibt es dann standardmäßig den allmorgendlichen Appell und danach kommt erstmal lange Zeit nichts mehr. Wir Europäer, wir Assistant Supervisor & Supervisor (kurz ASV & SV) führen natürlich unseren ganz normalen Büroalltag durch. Das heißt, Trainings vorbereiten, Projekte ausarbeiten, Schichtdokumentationen führen und verfügbar sein. Ganz anders für die Einheimischen & Co. Diese drehen den Tag kurzerhand zur Nacht und so schlafen alle am Tag. Erst zum Abend hin werden alle munter und kurz nach Sonnenuntergang beginnt dann jeden Tag aufs neue das gemeinsame fastenbrechen. Und danach treten wir in Aktion! Denn dann heißt es Training zu machen. Auch wenn es eine zehrende Zeit ist, diese Fastenzeit wollen wir die Zeit nicht vollends verschenken und so gibt es ein reduziertes tägliches Training von 2 Stunden. Im Moment das Trainingsmodul über „Radio communications“. Das heißt dann nochmal Gas geben von 22.00 bis 00:00 Uhr. Kaum vorstellbar um die Zeit daheim in einer freiwilligen Feuerwehr eine Unterrichtsstunde abzuhalten 😀 !

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Wir Nicht-Muslime gehen aber natürlich nicht leer aus. Wir kriegen von unserem Essenlieferanten Lunch-Boxen zur Mittagszeit. Und mit geschlossener Büro Türe und ohne großes Aufsehen kann man dann schon tagsüber gut über die Runden kommen ohne anzustoßen mit den Einheimischen. Sie sind da wie gewohnt ein sehr rücksichtsvoller Haufen. Kompromisse gibt es überall und gerade was Religionsfreiheiten angeht sind sie hier schon sehr offen. Trinken, das funktioniert natürlich auf dem selben Wege. Kurz die Türe geschlossen und mal an der Flasche genippt und gut ist.

Was ist noch anders? Alles ist tagsüber ausgestorben, nirgends ist etwas los und auch Abends hält sich alles in Grenzen. Dazu kommt auch, das keine Saison mehr ist, um hier Urlaub zu machen. Aus diesen Faktoren resultieren dann natürlich auch geminderte Einsatzzahlen. Denn da wo nichts los ist – da passiert auch nichts. So das war mein Wort zum Sonntag, wir hören uns die Tage wieder 😉 !

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