Arbeiten im Wüstenstaat

No. 100

TAG 510

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10. Juli und somit herzlich willkommen zum 100. Blogeintrag! 100 Storys die ich bereits erzählt habe und hoffentlich 100 Storys die noch folgen werden. Was gibt es neues im Wüsten-Emirat? Ramadan ist rum und die Festivitäten zum anschließenden Volksfest, dem Eid Mubarak, sind auch überstanden. Der Sommer kann kommen!

Und auch hier gibt es wieder spannendes zu berichten. Pünktlich zum Ende der Fastenzeit und dann, wenn jeder frei hat, kam auf meiner letzten Schicht ein „Labour Camp fire“ (Container Siedlung) der Kategorie F3 wie auf Bestellung. Unzählige DSC_0294Wohncontainer waren dem Brand zum Opfer gefallen und als wir eintrafen stand das Camp schon in Vollbrand. Trotz alledem gelang es uns nach ein paar Stunden dank Riegelstellung und mehreren 10.000 Litern Wasser + knapp 1500 liter Schaum, das Feuer einzudämmen und den Einsatz erfolgreich abzuschließen.

Diese Größenordnung von Zerstörung kennen wir in Deutschland gar nicht mehr, man könnte es mehr mit Amerika vergleichen wo noch alles aus Holz ist (Die Container waren es zum größten Teil auch). Wenn du von Querstraße zu Querstraße hastest, als Gruppenführer, in der Anfangs- und Koordinierungsphase bei der Erkundung und links und rechts von dir Gasflaschen explodieren, oder einfach in 10 Meter hohen, teils  in senkrechten unter Hochdruck befeuerten Flammen entweichen. Autoreifen mit einem Schlag platzen oder Lichtbogen der elektrischen Leitungen aufleuchten, die dank Feuer nur noch aus blanken Kupferadern bestehen. Und dass alles bei 45° C und ca. 80% Luftfeuchtigkeit, fordernde Vorraussetzungen also.

Und da wo in Deutschland dann am nächsten Morgen in der Tageszeitung zu lesen ist, dass am Einsatz mal gut und gerne 70 bis 100 Einsatzkräfte beteiligt waren von mehreren Feuerwachen aus den umliegenden Gebieten, da haben wir hier nur unsere Wachabteilung die du meist an 3 Händen abzählen kannst und wenn du Glück hast, Verstärkung durch weiter entfernt liegende Wachen, die dann mal zwischen einer und drei Stunden brauchen bis sie hier eintreffen. Das ist das Leben mitten in der Wüste. Wo die nächste Stadt weit hinter dem Horizont liegt.

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Nach dem Einsatz ist vor dem Einsatz und so ging es danach direkt daran, alle Trucks wieder einsatzbereit zu machen. Das fing vom auffüllen der Schlauchpakete an über das tauschen von verbrauchten Atemschutzgeräten bis hin zur Handwäsche der Schläuche. Danach ging’s zum trocknen auf einen der Vorplätze, bis sie wieder beim nächsten Einsatz ausgeworfen werden.

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