Arbeiten im Wüstenstaat

Atemschutztechnik – Die feinen aber kleinen Unterschiede der Emirate!

TAG 555

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Willkommen zum fünfhundertfünfundfünfzigsten Tag und zu neuen Einblicken am persischen Golf. Heute im Programm: „Self contained breathing Apparatus“ oder umgangssprachlich abgekürzt SCBA, dem guten alten Atemschutzgerät! Was gibt es hier zu beachten? Den Sand natürlich! Feind jeglicher Ausrüstung und selbst in der Luft enthalten, wodurch er beim füllen  der Atemluft- und Arbeitsluftflaschen herausgefiltert werden muss und danach vom Lungenautomaten auch ferngehalten werden sollte. Was haltet ihr von einschweißen 😉 ?


Wenn wir nun  einmal genauer auf unser erstes Löschfahrzeug (einem HLF) schauen, dann sehen wir direkt einige Unterschiede zur deutschen Normbeladung. 6 Geräte sind hier verlastet für den A-Trupp, den W-Trupp und wie sollte es anders sein, für unseren  Expatriate (in Kurzform: Expat). Wer sich jetzt fragt, was ein Expat ist, das sind z.B. Führungskräfte die in Gastländern in lokalen Unternehmen arbeiten. Dieses Wort ist hier tief in den täglichen Sprachgebrauch eingeflossen und westliche sowie fernöstliche aber auch sehr südliche Facharbeiter werden in diese Volksgruppe hier eingegliedert. Ja Volksgruppe – Andere Länder, andere Sitten! 😛

DSC_6111Kommen wir zurück zu unseren Expat-Gruppenführer und seinem Löschfahrzeug. In unserem Fall handelt es sich um ein ca. 7 Jahre altes Fahrzeug und damals wurde ein Gerät in den Melderplatz integriert und ein weiteres an der Wand des Geräteraums 1 (in Englisch: Locker 1), auf welche ich, in meiner Funktion, jederzeit Zugriff habe. Dies gibt mir die Möglichkeit, ausgeführte Lösch- und Hilfeleistungsarbeiten in sauerstoffarmen oder schadstoffreichen Umgebungen nachzukontrollieren oder zu verbessern. Und diese Schlagkraft ist es auch, was uns hier und dort einen Vorteil bringt.

Natürlich gibt es auch hier gibt es die ultimative Steigerung und diese konnte ich persönlich auch schon auf einigen Wachen der Civil Defence Abu Dhabi besichtigen. Da reden wir von einem HLF, dass mit 8 Geräten in der Gruppenkabine sehr großzügig ausgestattet ist und wo selbst der Sitzplatz des Gruppenführers über ein integriertes Gerät verfügt. Genauso wie die Sitzplätze des A- W- & S-Trupps. Wer sich nun fragt, „Dass habe ich in meiner FwDV 7 aber nicht so gelesen?!“ – Andere Länder, andere Sitten! Hier greift unser deutsches Regel- und Paragraphenwerk natürlich nicht und Kunde ist König bei den großen Fahrzeugaufbauern. Von daher geliefert, wie bestellt und da würde sicherlich auch noch ein Gerät für den Maschinisten Platz finden 😉 . Mich würde es nicht wundern!


Aus der Erfahrung vor Ort und bei meinen Einsätzen kann ich aber sagen, dass man um jede einzelne Atemschutzflasche zum tauschen und um jedes zusätzliches Atemschutzgerät, was zur Verfügung steht heilfroh ist bei Großschadenslagen und ausgedehnten Brandherden. Man darf nicht außer Acht lassen, dass man in Deutschland sehr stark verwöhnt ist von dem Luxus, eine so dichte Feuerwehrinfrastruktur in jeder Gemeinde, jedem Kreis und jedem Bundesland zu besitzen. Hier in den Emiraten, vor allem in der Western Region of Abu Dhabi oder wie es noch heißt, im Empty Quarter“ – dem leeren Viertel (Was über die Hälfte des Landes ausmacht), kann kein Löschzug aus der Nachbargemeinde oder gar Löschzüge aus dem Kreis in 20 Minuten an der Einsatzstelle auffahren. Nein, das hier ist der wilde Westen (wir sind ja im Westen der Emirate 😛 ) und man ist meist auf sich allein gestellt und man muss zaubern mit dem was man hat.

DSC_6127Harte Fakten, aber das ist das Leben bei der Berufsfeuerwehr von Abu Dhabi. Wir müssen tagtäglich zaubern, aber das ist es, was uns enorm fördert und uns zu ganz neuen Taktiken anregt. Das sind Sachen, wodurch wir Fähigkeiten ausprägen und dazulernen, was man in Deutschland nicht so einfach schafft. Und jeder von uns, egal ob in Nord oder Süd, in West oder Ost hier in den Emiraten, jeder von uns wird wieder ein Stück mit heim nehmen und einen Mehrwert bei seiner Feuerwehr einbringen. Auch ich bin eine Investition und lassen wir uns Mal überraschen, wie ich mich verändert habe, wenn ich das erste mal wieder meinen Homburger Feuerwehrhelm trage. 🙂 Ich freue mich schon auf diesen Tag! Euer Chris

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