Reisen durch's Land

Ras Al Khaimah, nördlichste der 7 Emirate

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Brrrrr, kalt ist’s hier! Und nass dazu auch noch! Willkommen im nördlichsten Emirat, der sieben Emirate der VAE. Endlich hab ich’s geschafft mal einen Fuß in alle Emirate gesetzt zu haben, wobei ich feststellen musste das ich vor knapp 1 1/4 Jahren einfach nochmal 500 Meter hätte weiterfahren müssen um den gleichen Erfolg einzuhalmsen.

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Aber mit kalt meine ich auch kalt! Aber das wie, wann, was und warum – dazu kommen wir später noch. Dieses Mal ging es zum Kollegen Torsten in den Norden, der dort auf einer der Feuerwachen von Ras Al Khaimah (RAK) seinen Dienst verrichtet. Ich wollte mir das mal genauer anschauen und dieses Puzzleteil fehlte noch zu einem vollständigen Bild.

RAK liegt ca. 2,5 Fahrtstunden mit dem Auto nördlich von Abu Dhabi wobei man dabei an Dubai, Sharjah, Ajman & Umm al Qaiwan vorbeifährt. Die Strecke war ziemlich gut ausgebaut und zu meiner Freude war auf der von mir gewählten Route auch freie fahrt. Man konnte schön gemütlich und durchgehend auf der Autobahn 140 km/h fahren. Ich entschied mich dabei für einen Highway der mehr im Landesinneren lag, wobei sich das Verkehrschaos von Dubai & Co sehr gut umgehen lies. Es ging am Abend des beginnenden Freiblocks hoch und im Regensturm erreichte ich dann schließlich mein Ziel. Ich war echt gespannt, was mich dort bei Tageslicht erwarten würde!

Aber wartet, Regen, Sturm und Kälte, in den Emiraten? Das in einem Satz? Schon sehr ungewöhnlich Aber doch tatsächlich! Die Emirate erleben zur Zeit einen „erbarmungslosen“ Winter mit vielen Regentagen und niedrigen 2 bis 1 stellten Temperaturen. Der Himmel ist durchgehend mit Wolken gepflastert, ja man könnte schon fast von starken Temperaturstürzen reden. Spannend und echt erfrischend ein solches Klima. Es war herzlichst willkommen.


Wir für unseren Teil hatten uns für 3 Tage vorgenommen, das Gebirge zu erkunden, eine Stadtrundfahrt zu machen und uns alte Befestigungsanlagen aus geraumer Vorzeit anzuschauen. Fangen wir heute mal mit dem Gebirge an…

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Jebel Jais

Unser Ziel war der höchste Berg der UAE, der sogenannte Jebel Jais (Klicke hier). Zusammen mit Torsten und Christian, einem Newbie, der erst ganz frisch bei uns dabei ist und auch in Ras Al Khaimah arbeitet, machten wir uns also noch nördlicher auf den Weg wobei ins Gebirge, das schon gut aus der Stadt heraus zu sehen ist. Über einen Gebirgspass der zwischen zwei Ausläufern des Gebirges anfängt erstreckte sich die Straße, die zum Gipfel führte, wobei dort ein Grenzposten ist, da es auf der anderen Seite in den Oman geht. Die Strecke war echt schön gelegen und vom Tal aus, das von Wadi’s durchzogen war schlängelte sich am Ende eine Straße, der Kontur des Berges angepasst, hinauf im Zick Zack.

Und Schwupp die Wupp, kaum hatte man sich versehen, war man vom Sandsturm und Sonnenschein ins tiefste Gewitter geraten und kaum zu glauben, auf der Bergspitze waren es doch ganze 3,5°C kalt, wahrscheinlich zu diesem Zeitpunkt war es dort sogar kälter als in Bad Homburg, meiner Heimat. Völlig durchnässt, bibbernd und kaum glaubend erreichten wir dann doch endlich die fast 2000 Meter hohe Bergspitze. Zwischendurch wurde uns wirklich alles geboten, womit der Berg uns hätte umstimmen können, bis zur Spitze zu fahren. Es gab neben extremen Platzregen, dichtem Nebel und Wasserfluten auf der Straße doch auch tatsächlich Hagel! Schaut euch die Beweisbilder an. Und es war auch die Premiere, dass ich das erste Mal tatsächlich meine Sitzheizung in Gebrauch nehmen musste und das in diesem Wüstenland!! Glaubt mir jetzt bestimmt wieder keiner, aber da wo im Sommer auch schnell mal 55°C herrschen, da hat man auch Autos mit Sitzheizung. Verdrehte Welt sage ich da nur! Und denkt dran, das ist ein trockenes, heißes Wüstenland – Regen & Etc, das gehört hier so gar nicht her und damit war es echt ein Highlight.

Na ja, das ganze war ja ganz schön, aber irgendwann reichten uns Steinbrocken, Regen, Schlechtwetter & Co und da uns auch der Food Truck auf der Bergspitze nichts bieten konnte machten wir uns wieder daran Bergab zu fahren. Schließlich knurrte der Magen und wir wollten Heim. Aber Denkste! Die Berggötter schienen uns wohl nicht gnädig gestimmt gewesen zu sein und somit fuhren wir in den schlimmsten autobezogenen Tummult, der mir je widerfahren ist!


Könnt ihr euch das vorstellen? 6 Stunden nicht vom Fleck bewegen, auf irgend so einem öden Bergpass, ohne das es vorwärts oder rückwärts geht. Echt ermüdend, das ganze! Aber naja so hungrig wie wir waren, haben wir uns dann über 3 Wasserflaschen und eine Packung Müsli Riegel hergemacht – also genauso hungrig wie zuvor! 😄 Aber Shit Happens und so überlebten wir auch das, und mitten in der Nacht hatte die Police es endlich auf den Kasten gekriegt, diesen Verkehrsknoten aus locker 1000 Autos zu lösen. Echt doof, wenn halt nur eine normale Landstraße den Berg hochführt und auf beiden Seiten sich Autos reihenweise gegenüberstanden und sich gegenseitig die Spuren blockieren…

Stunde um Stunde, die verstrich wurde es dort voller an Autos und jeder, der nur Ansatzweise Allrad hatte, versuchte auf anderen Wegen aus dem Tal zu kommen. Was aber bei einem Tal, was von zwei Steilwänden flankiert wird, natürlich schlechte Aussichten hatte und somit zu noch mehr Knoten im Verkehr führte. Muss man echt mal miterlebt haben 😄👌

Der nächste Tag war auf jeden Fall entspannter!

Kategorien:Reisen durch's Land

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