Arbeiten im Wüstenstaat

Special edition today – Equipment of the Emirates

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Erfolgskonzept Deutschland, Erfolgskonzept Feuerwehrwesen. Viele Techniken und viele Ausrüstungsgegenstände haben es ins Land des Öls’s, der Wüsten & der Scheichs geschafft – Aber nicht alle. In meiner Sonderedition heute gebe ich euch einen kleinen Einblick wo wir hier Unterschiede antreffen und wir uns mit ganz anderen Gedankenansätzen beschäftigen müssen als bei der normalen Feuerwehr XY in Deutschland.

DSC_5443-2Fangen wir also einfach mal bei dem Ausrüstungsgegenstand an, ohne den bei der Brandbekämpfung heutzutage nichts mehr gehen würde. Dem guten alten Feuerwehrschlauch! Oder zu Englisch: dem „Fire hose“. Gut zu sehen auf dem Bild links, ebenso das der Schlauch 25 Meter lang ist. Hier fällt aber noch eine Sache auf.  Und zwar die Bezifferung des Durchmessers. In den vereinigten Emiraten wird beim Thema Schlauchmanagement dem englischen Vorbild nach gelebt und dabei entspricht der „1 1/2 inch hose“ dem guten alten C – Schlauch. So gliedert sich auch der B – Schlauch in dieses System ein und wird schlicht „2 1/2 inch hose“ gennant. Alles noch nicht so schlimm und nur eine Sache der Umgewöhnung. Der knifflige Part kommt hier erst bei den Kupplungen, wobei man ebenfalls nicht auf das bewährte Storz System zurückgreift, sondern (für uns deutsche exotisch) auf  A Teil und B Teil Kupplungen, männlich und weiblich und somit auf Schläuche die man nur in eine Richtung verwenden kann. Vom Fahrzeug ausgehend fängt alles an der Pumpe mit einer weiblichen Kupplung an und so muss diese Reihenfolge auch bis zum Hohlstrahlrohr beibehalten werden. Mal kurz beim Schlauch auswerfen nicht aufgepasst und schon hat man zwei identische Kupplungen die nicht zusammen passen in der Hand. Blöde Sache also und da vermisse ich schon sehr unsere Standard Storz Kupplung! Für euch nochmal schlicht dargestellt in folgender Bilderserie.

Das System arbeitet mit einer Art Schnappverschluss, der einrastet sobald beide Kupplungen zusammengefügt werden. Um die Kupplungen wieder voneinander zu trennen braucht man hier in der Regel (selbst bei „1 1/1 inch hoses“) 2 Feuerwehrmänner, da man an zwei Griffen ziehen muss um erst einmal den Schnappverschluss zu entriegeln und dann mit einer dritten und vierten Hand die Kupplungen trennen muss. Das wäre für die ein oder andere FwDV, UVV oder Unfallkasse ein Fest, wenn man auch in Deutschland Schläuche nur zu zweit entkuppeln könnte ;-). Aber nach ein bisschen Berufserfahrung vor Ort findet man selbst seine Mittel und Wege dieses Problem zu lösen. Einen Fuß auf den Schlauch mit der männlichen Kupplung gestellt, 2 Hände an die Griffe der Weiblichen Kupplung und mit ein bisschen Verenkungsarbeit und Geschick gelingt es einem auch so 😛 ! Und glaubt mir, dass ist ein immer wiederkehrendes nerviges Anhängsel – Personal hat man doch bei der Feuerwehr immer zu wenig und erst recht für solche Aufgaben. Diese Kupplungen bleiben auch vergleichsweise oft in Treppenhäusern oder ähnlichen Strukturen hängen durch die herausstehenden Griffe. Da bitte ich inständigst um Verbesserungsbedarf! Aber um ein ganzes Land dort einheitlich umzustellen, da sehen die Chancen doch recht schlecht aus und für den Notfall gibt es immer noch diese zwei Adapter, wenn es mal hart auf hart kommt und man gleiche Kupplungen in der Hand hält. Wir für unseren Teil mussten darauf noch nie zurückgreifen und das Schlauchmanagement sitzt im Ernstfall bei den Jungs. So – Genug von Schläuchen geredet! Auf geht’s zum nächsten Punkt.

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Erwähnenswert wären noch die sich dadurch anderen Bauformen von Verteilern, Zumischern & Co. Etwas was man daheim nicht sehr oft zu sehen bekommt ist unser Zumischer Z8R in nachfolgender Bilderserie. Aber da wir den Luxus einer relativ modernen Rosenbauer – Mercedes Flotte haben, mussten wir darauf noch nie zurückgreifen, da alle Tanklöschfahrzeuge den entsprechenden Schaumtank mit automatischen Zumischer verbaut haben.

 

Das war der erste Teil meines Equipment Spezials aus der Wüste. Ich schaue mal, was ich euch für nächstes mal noch so zusammentragen kann und da fallen mir spontan Co2-Löscher, Sonderbauformen von Verteilern und Schlauchtragekörbe ein. Wird wieder spannend!

5 replies »

      • Hallo Chris,
        ich habe stets Deine Berichte verfolgt – gibt es Dich noch in VAE?
        Gruß
        Matthias (… ein Feuerwehrmann aus Westfalen)

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      • Hallo Matthias, Sorry für die späte Antwort. Leider war ich lange nicht mehr hier zu Gange. Ich bin inzwischen wieder nach Deutschland verzogen. Leider gibt es die Stellen in Abu Dhabi direkt nicht mehr.

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